Geben Sie uns Feedback!
Erfahren Sie mehr darüber!
Startseite    Über uns    Mein Plan    Nimm`s richtig    Nützliches    Poster    Veranstaltungen    Hintergrund    Presse    Kontakt    Impressum

Hintergrundinformationen

Die Anwendung von Arzneimitteln ist für die Mehrheit älterer Menschen in der Bevölkerung (=65 Jahre) integraler Bestandteil ihres alltäglichen Lebens. Jedem vierten Bürger werden in diesem Lebensalter vier oder mehr Arzneimittel zur täglichen Einnahme verordnet, was einen erheblichen Informations- und Koordinationsbedarf impliziert. Neben der regelmäßigen Einnahme stellen adäquate Dosierung, bestimmungsgerechte Zubereitung etc. erhebliche Anforderungen an Patienten.

Zahlreiche Verordnungen erfolgen durch mehrere Ärzte gleichzeitig, ohne dass diese in einem strukturierten, häufig eigentlich dringend notwendigen, Informationsaustausch untereinander stehen. Darüber hinaus ergänzen Patienten ihr Arzneimittelsortiment bisweilen selbst durch weitere, nicht-verschreibungspflichtige Präparate aus der Apotheke oder einem Supermarkt. Therapiepläne werden dadurch zunehmend unüberschaubar – Defizite in der Arzneimittel-Therapiesicherheit mit teils erheblichen und bedrohlichen Auswirkungen immer häufiger.

Weitere Komplexität kommt insbesondere an den Sektorengrenzen der Versorgung hinzu: Eine kritische Phase in der Arzneimittelversorgung ist der Übergang an den intersektoralen Schnittstellen, da dort die meisten Änderungen der Therapie erfolgen und sich Ärzte und Apotheker vor jeder Umstellung einen umfassenden Überblick über die aktuelle Behandlung verschaffen müssten (Medication Reconciliation), um Medikationsfehler (Fehldosierungen, Doppelverordnungen, Auslassungen oder auch Verwechslungen von Namen und Präparaten) zu vermeiden.

Viele Projekte konnten inbesondere in der stationären Versorgung durch Prozessumstellungen oder Einführung von elektronischer Unterstützung die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern. Im ambulanten Setting ist der Medikationsprozess jedoch häufig weniger gut verzahnt so dass dem Patienten als Bindeglied zwischen Arzt, Facharzt, Apotheker und bisweilen Pflegedienst eine besondere Verantwortung zukommt.

Quellen

Schwabe U. Arzneiverordnungsreport 2012: Aktuelle Daten, Kosten, Trends und Kommentare. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg; 2012.

Qato DM, Alexander GC, Conti RM, Johnson M, Schumm P, Lindau ST: Use of prescription and over-the-counter medications and dietary supplements among older adults in the United States. JAMA 2008;300:2867-78.

Mahler C, Jank S, Hermann K, Haefeli WE, Szecsenyi J: [Information on medications - How do chronically ill patients assess counselling on drugs in general practice?]. Dtsch Med Wochenschr 2009, 134:1620-4.

Hakkarainen KM, Hedna K, Petzold M, Hagg S: Percentage of patients with preventable adverse drug reactions and preventability of adverse drug reactions--a meta-analysis. PloS one 2012,7:e33236.

Aylward MJ, Rogers T, Duane PG. Inaccuracy in patient handoffs: discrepancies between resident-generated reports and the medical record. Minnesota medicine 2011, 94:38-41.

Balon J, Thomas SA. Comparison of hospital admission medication lists with primary care physician and outpatient pharmacy lists. J Nurs Schol 2011;43:292-300.

Schmiemann G, Bahr M, Gurjanov A, Hummers-Pradier E. Differences between patient medication records held by general practitioners and the drugs actually consumed by the patients. Int J Clin Pharmacol Ther 2012;50:614-7.

^ TOP

Copyright © 2014-2017  Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis - Kurfürstenanlage 38-40 - D-69115 Heidelberg